Weshalb reißen Bandsägeblätter für Metall? Die häufigsten Probleme
Ein Bandsägeblatt für Metall reißt am häufigsten, wenn seine Hinterkante an den Führungen oder am Spurkranz der Rolle anliegt. Weitere Ursachen: zu hoher Vorschub, falsche Zahnteilung oder Überspannung. Die Rissstelle verrät meist die Ursache. Dazu Tipps gegen ausgebrochene und stumpfe Zähne sowie schiefen oder rauen Schnitt.
Diagnose
Wo ist das Band gerissen? Kurzdiagnose
Schauen Sie, wo der Riss beginnt. Die Rissstelle verrät meist die Ursache.
Ursachen
Die häufigsten Ursachen für Risse und ihre Behebung
Bei jedem Umlauf wird das Band zweimal um die Rollen gebogen und zweimal wieder gerade gerichtet. Alles, was es zusätzlich belastet, verkürzt seine Lebensdauer. Die Ursachen sind danach geordnet, wie oft wir sie an den Bändern unserer Kunden sehen.
Führungen oder Spurkranz drücken auf die Hinterkante
sehr häufigLiegt die Hinterkante des Bandes auch im Leerlauf an den hinteren Führungen oder am Spurkranz (dem erhöhten Rand der Rolle) an, wird sie bei jedem Umlauf gestaucht, verhärtet und beginnt zu reißen. Die Hinterkante ist dann gestaucht und fühlt sich scharfkantig an. Das ist die häufigste Ursache, die wir an gerissenen Bändern sehen.
Prüfen Sie Führungen und Rollen nur bei gezogenem Netzstecker und drehen Sie die Rollen von Hand.
Zu hoher Vorschub oder ungeeignete Zahnteilung
gelegentlichWird Vollmaterial mit hohem Vorschub und feiner Zahnteilung gesägt, setzen sich die Zahnlücken mit Spänen zu. Der Zahn kann sie nicht abführen und bekommt beim nächsten Eingriff einen Schlag, die Risse gehen dann vom Zahngrund aus. Bei dünnwandigen Profilen ist es umgekehrt: Bei grober Zahnteilung sind zu wenige Zähne im Schnitt und die Zähne brechen aus.
Die passende Zahnteilung für Ihren Querschnitt finden Sie im Artikel Welches Bandsägeblatt für Metall? Typ und Zahnteilung richtig wählen. Die Geschwindigkeit je Werkstoff steht im Artikel Metallbandsäge: Welche Geschwindigkeit für das Bandsägeblatt einstellen?
Rollen nicht fluchtend, Spiel oder verschlissene Teile
gelegentlichEin Band, das auf den Rollen zur Seite wandert, wird von den Führungen ständig zurückgedreht und dadurch belastet. Prüfen Sie, ob:
Das Band ist überspannt
seltenEin überspanntes Band reißt früher oder später, an der Schweißnaht und auch anderswo, und entlang des Bandes entstehen feine Risse. Ob das Band überspannt war, prüfen Sie mit dem Test auf ebener Unterlage.
| Abmessung | Bandspannung |
|---|---|
| 13 × 0,65 mm | 130–150 N/mm² |
| 20 × 0,9 mm | 160–180 N/mm² |
| 27 × 0,9 mm | 200–220 N/mm² |
| 34 × 0,9 mm | 240–250 N/mm² |
| 41 × 1,3 mm | 250–260 N/mm² |
| 54 × 1,3 / 54 × 1,6 / 67 × 1,6 mm | 260–280 N/mm² |
| 80 × 1,6 mm | 280–300 N/mm² |
Genau messen Sie die Spannung mit einem Bandspannungsmesser. Er ist aber 131 × 100 mm groß und passt nicht in jede kleine Hobbysäge. Achten Sie dann zumindest auf die Tellerfedern der Spannvorrichtung: Sie dürfen nicht bis zum Anschlag zusammengedrückt sein. Lösen Sie die Spannung nach der Arbeit. Die vollständige Anleitung finden Sie im Artikel Wie werden Bandsägeblätter für Metall gespannt?
Das Band ist für die Rollen der Säge zu dick
vereinzeltJe kleiner die Rollen und je kürzer das Band, desto enger wird es bei jedem Umlauf gebogen und zwischen Rolle und Führungen verdreht. Typisch sind kleine Sägen mit einem Band 1140 × 13 × 0,65 mm.
Reißen an einer solchen Säge immer wieder die Bänder, obwohl Führungen und Spannung stimmen, versuchen Sie ein dünneres Band 13 × 0,5 mm. Es lässt sich leichter über kleine Rollen biegen und in die Führungen verdrehen. Wir fertigen es in den Zahnteilungen 8/12, 10/14 und 14/18 TPI, eine gröbere Teilung gibt es in dieser Stärke nicht.
Spannen Sie das dünnere Band weniger als ein 0,65-mm-Band: Mit derselben Kraft gespannt, läge seine Spannung etwa ein Drittel höher. Verringern Sie außerdem den Vorschub, denn ein dünneres Band weicht leichter aus.
Bänder für die beliebte kleine Säge finden Sie im Artikel PARKSIDE-Bandsäge für Metall von Lidl.
Gerissene Schweißnaht
vereinzeltFür unsere Schweißnähte übernehmen wir Garantie. Reißt ein Band von uns an der Schweißnaht, schreiben Sie an info@dudrsaw.de und legen Sie Fotos der Rissstelle und des Bandetiketts bei. Meist beurteilen wir die Reklamation anhand der Fotos und schicken Ihnen nach der Anerkennung ein neues Band. Das Band muss bei uns gekauft sein.
Die Garantie gilt nicht für ein Band am Ende seiner Lebensdauer. Sind die Zähne stumpf, reißt das ermüdete Material nach Tausenden Biegungen, manchmal auch an der Schweißnaht.
Eine hochwertige Schweißnaht erkennen Sie so:
Mehr dazu im Artikel Garantie für die Schweißnaht.
Weitere Probleme
Das Band reißt nicht, schneidet aber schlecht?
Ausgebrochene und schnell stumpfe Zähne, ein schiefer oder rauer Schnitt haben meist eine einfache Ursache. Bei jeder Ursache steht, wie oft wir sie sehen:

Zähne brechen aus
Zähne brechen auch bei einem neuen, nicht eingefahrenen Band aus, bei zu geringem Kühlmittelfluss, bei einer defekten Spänebürste oder wenn der Schnitt an einer scharfen Kante des Materials beginnt.

Das Band schneidet schief
Auch Zähne, die nur auf einer Seite beschädigt sind, ziehen den Schnitt zur Seite. Wechseln Sie dann das Band und prüfen Sie die seitlichen Führungen.

Die Zähne werden schnell stumpf
Ein verkehrt herum aufgelegtes Band wird sofort stumpf. Die Zähne müssen in Laufrichtung des Bandes zeigen, also ins Material.

Der Schnitt ist rau
Einen rauen Schnitt verursachen auch ein zu wenig gespanntes Band oder Führungsarme, die zu weit vom Material entfernt sind.
Leserfragen
Häufige Fragen
?Das Band reißt von den Zähnen aus, obwohl es scharf ist und ich mit Gefühl säge. Woran liegt das?
Prüfen Sie zuerst die Führungen: Weder die seitlichen noch die hinteren dürfen das Band einklemmen. Dann die Spannung. Bei Vollmaterial kann auch eine zu feine Zahnteilung schuld sein: Die Späne setzen die Zahnlücken zu und die Zähne bekommen Schläge. An einer kleinen Säge hilft auch ein dünneres Band mit 0,5 mm.
?Meine Säge hat kleine Rollen. Reißt das Band deswegen?
Das kann sein, prüfen Sie aber zuerst die Hinterkante. Ist sie gestaucht und scharfkantig, drücken die Führungen oder der Spurkranz darauf. Legen Sie das gerissene Band auf eine ebene Unterlage: Heben sich die Enden, war es überspannt oder es ist für die Rollen der Säge zu dick. Versuchen Sie dann ein dünneres Band.
?Das Band läuft auf den Rollen zur Seite. Was tun?
Prüfen Sie, ob die Rollen bei gespanntem Band fluchten und nicht geneigt sind, etwa durch eine verbogene Welle oder eine schlecht sitzende Rolle. Auch eine verbogene Führung kann das Band verdrehen. Ausführlich weiter oben im Artikel.
?Mir reißen Bänder verschiedener Hersteller. Liegt es an den Schweißnähten?
Wenn es bei Bändern verschiedener Marken immer wieder passiert, liegt die Ursache eher an der Säge, ihrer Einstellung oder der Arbeitsweise. Prüfen Sie Führungen, Spannung, Vorschub und Zahnteilung und Blattstärke.
Ihr Problem war nicht dabei? Fragen Sie in der Diskussion unter dem Artikel oder schreiben Sie an info@dudrsaw.de. Wir helfen Ihnen weiter.
Leider gibt es viel Banddefekte durch Reißen teils an der Nahtstelle aber auch an anderen Stellen. Zahlreiche verschiedene Bandfabrikate wurden schon montiert. Immer wieder gibt es Bandschäden. Die letzten 12 Bänder sind immer von der Zahnseite eingerissen und beginnen dann unrund zu laufen, so dass schon der unmittelbar bevorstehende Bandriß zu erfühlen ist. An diesen 12 Bändern gab es aber nie einen Schweißnahtriss. Die Bänder sind alle noch absolut scharf, auch wird sehr gefühlvollgesägt ohne übermäßigen Andruck. Das kalte Band kann nach dem Schnitt sofort ohne Probleme angefasst werden. Der bevorstehende Banddefekt /-einrisse ist schon durch Laufunruhe und Höhenschlag im Band zu fühlen. Die noch nicht aufgerissenen Bänder haben bis zu 16! Einrisse unterschiedlichster Tiefe. Der letzte Defekt ist bereits nach nur 6-8 Schnitten aufgetreten
Was ist die Ursache: schlechte Bandqualität oder Konstruktionsmängel der Säge?
Über neue Erkenntnisse zu diesem leidigen und kostenträchtigem Problem würde ich mich freuen.
BG - RKl
Guten Tag, vielen Dank für Ihre sehr ausführliche Beschreibung des Problems.
Nach dem von Ihnen beschriebenen Schadensbild halten wir eine grundsätzlich schlechte Qualität der Sägebänder für eher unwahrscheinlich. Insbesondere die Tatsache, dass sich das gleiche Problem bei Bändern verschiedener Hersteller wiederholt und die letzten zwölf Bänder nicht an der Schweißnaht gerissen sind, sondern die Risse immer von der Zahnseite ausgingen, deutet eher auf die Schnittbedingungen oder eine mechanische Belastung des Bandes durch die Maschine hin.
Wir würden insbesondere folgende Punkte überprüfen:
Zahnteilung / TPI: In Ihrer Beschreibung fehlt die Information, welche Zahnteilung Sie verwenden. Wenn Sie eine sehr feine Zahnteilung wie z. B. TPI 10/14 oder 14/18 einsetzen, kann es insbesondere beim Sägen von Vollmaterial zu einer Überfüllung der Zahnlücken mit Spänen kommen. Der Zahn kann die Späne dann nicht mehr ausreichend abführen, wodurch beim nächsten Eingriff hohe Stoßbelastungen und Spannungen im Bereich der Zahnlücken entstehen können. Von dort können anschließend Risse ausgehen.
Ein ähnliches Problem kann auch beim Sägen von Profilen auftreten, insbesondere beim Durchtrennen der unteren Profilwand, wenn sich gleichzeitig zu viele Zähne im Eingriff befinden. Als Orientierung empfehlen wir eine Zahnteilung, bei der sich ungefähr 10 Zähne gleichzeitig im Schnitt befinden.
Bandspannung: Eine zu hohe Bandspannung erhöht die zyklische Belastung des Sägebandes bei jedem Umlauf über die Laufräder erheblich und kann zu Ermüdungsrissen führen. Bei einem bereits gerissenen Band kann auch die Ebenheit grob überprüft werden. Wenn das Band frei auf einer ebenen Fläche liegt und dabei nicht flach liegen bleibt, sich deutlich verdreht oder die Enden aus der Ebene herausstehen, kann dies auf eine Verformung des Bandes während des Betriebs hinweisen. Eine mögliche Ursache ist eine zu hohe Bandspannung, allerdings kommen auch eine falsche Bandführung oder ein fehlerhafter Bandlauf infrage.
Ausrichtung und Zustand der Laufräder: Beide Laufräder sollten korrekt zueinander ausgerichtet sein, und das Band sollte während des Betriebs nicht ständig seitlich korrigiert werden. Beschädigte oder unebene Laufflächen, Spiel in den Lagern oder eine falsche Position des Bandes auf den Laufrädern können zusätzliche zyklische Belastungen verursachen.
Bandführung: Die seitlichen Führungselemente dürfen das Band nicht zu stark einklemmen. Wir empfehlen außerdem, den Bandkörper selbst zu kontrollieren. Wenn sich auf den Seiten deutliche Längsriefen, blank geriebene Flächen oder andere Kontaktspuren befinden, können die Führungselemente verschlissen, beschädigt oder zu stramm eingestellt sein. Beschädigte oder zu stark eingestellte Führungen können zur Entstehung von Mikrorissen und anschließendem Bandbruch beitragen.
Verdrehung des Bandes: Bei einem so kurzen Sägeband ist ebenfalls wichtig, wie stark das Band nach dem Verlassen des Laufrades bis zur Schnittposition verdreht werden muss. Wenn dies auf einer sehr kurzen Strecke geschieht, entsteht eine zusätzliche wiederkehrende Belastung des Bandkörpers. Bei einem Band mit 13 × 0,65 mm kann diese Belastung auf einer kleinen Maschine durchaus erheblich sein.
Aus diesem Grund würden wir bei dieser Maschine empfehlen, auch ein dünneres Sägeband mit 0,50 mm Bandstärke auszuprobieren. Dieses lässt sich leichter über kleine Laufräder biegen und verkraftet auch die Verdrehung zwischen Laufrad und Bandführung besser.
Konkret würden wir folgendes Band empfehlen: EPIC GP 1140 × 13 × 0,50 mm – TPI 8/12
Bei einer Bandstärke von 0,50 mm können wir leider keine gröbere Zahnteilung anbieten. TPI 8/12 eignet sich beispielsweise für Vollmaterial bis zu einem Durchmesser von etwa 30 mm. Bei Vollmaterial mit einem Durchmesser von etwa 50 mm wäre bereits eine gröbere Zahnteilung, zum Beispiel TPI 6/10, besser geeignet. Diese ist jedoch nur bei stärkeren Sägebändern erhältlich.
Wir wünschen Ihnen viel Erfolg. Mit freundlichen Grüßen Ihr Dudr Saw Team
Guten Tag, 150mm Räder sind bei einer Metallsäge nicht unbedingt so klein. Wenn Sie eine Bandgeschwindigkeit von 60-90 Metern pro Minute haben, wird es nicht so viele Biegungen über die Räder geben. Überprüfen Sie auch, ob das Band nicht von der Rückseite des Bandes zu reißen beginnt. Meistens ist die Hinterkante des Bandes scharf - eingedrückt von den Führungen oder von der Nabe auf den Rädern. Stellen Sie sicher, dass die Säge ausgeschaltet ist, dass Sie einen Spalt zwischen den hinteren Führungen und dem Band von mindestens 0,5 -1 mm haben und das Gleiche von der Nabe auf den Rädern. Oder wenn Sie ein Papier zwischen Band und Rad legen, so dass das Papier durchgeht und nicht zwischen Band und Nabe zerschnitten wird. Wenn Sie dann das zerrissene Band auf den Boden legen, sollten die Enden des Bandes auf dem Boden liegen bleiben. Wenn sie sich anheben (Band ist gedehnt), kann es an einer zu hohen Spannung des Bandes oder vielleicht auch an den kleinen Rädern liegen.
Viel Erfolg, mit freundlichen Grüßen Pavel Dudr
Guten Tag, vielen Dank für Ihre Frage. Leider ist uns das nicht sehr häufig passiert. Mir fällt nur ein, dass es daran liegen könnte, dass die Räder nach dem Spannen des Sägebandes nicht in einer Flucht (in der Achse) sind oder etwas zurückliegen oder ein Rad eine Achterbahn fährt oder in einem anderen Winkel vertikal steht (z.B. aufgrund einer krummen Welle oder einer schlechten Radmontage). Oder eine schlechte Führung in den Führungen, die das Sägeband überlastet (sie sind verbogen). Vielen Dank, mit freundlichen Grüßen Pavel Dudr